Tiergestütztes Pädagogisches Wochenende I

„Denn nur für das, was einem Menschen wichtig ist, kann er sich auch begeistern, und nur wenn ein Mensch sich für etwas begeistert, kommt in seinem Gehirn die Gießkanne mit dem Dünger in Gang, werden all jene Netzwerke ausgebaut und verbessert, die der betreffende Mensch in diesem Zustand der Begeisterung nutzt.“ (Gerald Hüther)

Am Wochenende vom 22.09. – 24.09.2017 konnten sich junge Menschen bei uns für die Arbeit mit und für Tiere begeistern. Im Vordergrund standen die Selbstwirksamkeit, Selbstständigkeit und Fürsorge. So wurden Ideen entwickelt und anschließend umgesetzt, wie denn der Schlafplatz der Minischweine isoliert werden kann – denn natürlich sollen diese im Herbst und Winter nicht frieren. Hierzu wurde gesägt, gebohrt, geschraubt und auch mal die „Schraube im Heuhaufen“ gesucht. Während die beiden 15-jährigen Jungs tatkräftig tüftelten, führten die Mädels die Minischweine durch gezieltes Training an die Leinenführigkeit heran. Natürlich kam der Spaß und das Schweinekuscheln nicht zu kurz 🙂

Selbst unser spielbedürftiger Marley trainierte fleißig dieses Wochenende im Umgang mit den Minischweinen.

Tiergestützter Pädagogischer Tag I

„Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie allein machen.“ (Kurt Tucholsky)

Und diese Erfahrungen standen am 17.09.2017 (natürlich in Begleitung) im Vordergrund: Wie kümmert man sich um Minischweine? Wie fühlen die sich an? Was fressen die denn gerne? Muss man da saubermachen? Und wie bekommt man eigentlich die Schafe von einem zum anderen Ort? – Die Antworten auf diese und noch mehr Fragen konnte die 4-jährige M. an diesem Tag selbst erfahren. Da war schon mal das ein oder andere Erlebnis dabei! Ein schöner Tag, an dem Berührungsängste überwunden werden konnten.

„Die Liebe von Kindern und Tieren ist ehrlich, tief und rein. Sie fragt nicht wer Du bist und was Du hast“ (Verona Eder).

Im Jahr 2017 von April bis Juni konnten wir ein Kind-Hund-Projekt absolvieren. Gemeinsam mit Little Franklin e.V. – dem Wald und Naturkindergarten auf dem Franklin Field – erarbeiteten wir spielerisch die wichtigsten Regeln für einen sicheren Umgang mit dem Hund. Im Mittelpunkt des 10-wöchigen Kurses standen Themen wie Kommunikation, Körpersprache und Vertrauensförderung. Natürlich stand bei allen Aufgaben und Inhalten der Spaß im Vordergrund. Unsere liebe Motte unterstützte das Kursangebot, indem sie den Kindern die Möglichkeit gab, Gelerntes direkt in praktische Übungen umzusetzen. Ein sicherer und respektvoller Umgang mit dem Hund kann Beißunfälle verhindern und Konflikte vermeiden. Sowohl die Kinder als Motte wuchsen an gemeinsamen Aufgaben. Außerdem stärkten die erreichten Erfolge das Selbstvertrauen. Die Freundschaft zwischen Kind & Hund ist eine besonders wertvolle Verbindung und kann wundervoll bereichernd für beide Seiten sein.

Am 04. Juni 2017 durften wir am „Tag des Hundes“ des Heidelberger Zoos eine kleine Vorführung darbieten. Wir bedanken uns für den großen Applaus und freuen uns, dass wir euch begeistern konnten. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, zwischen den einzelnen Dummy- und Trickvorführungen ein bisschen theoretischen Input zu vermitteln, warum wir wie mit unseren Hunden trainieren 🙂 Besonders erfreut sind wir über die Tatsache, dass uns das erste mal eine junge Teilnehmerin aus den Kind-Hund-Kursen begleitete. An diesem Tag konnte sie vor Publikum zeigen, was sie in den Kursen über das Training mit Hunden gelernt hatte.

Am 14. Mai 2017 haben wir den Verein FOKUS – Mensch & Tier das erste mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit dem 10jährigen Jubiläum der Hunde Nachhilfe Mannheim durften wir einen wundervollen Tag mit etlichen Besuchern feiern. Durch die Einnahmen unseres Flohmarktverkaufs konnten wir sogar dem Futteranker Mannheim e.V. eine kleine Spende zukommen lassen. Wir bedanken uns herzlichst bei allen ehrenamtlichen KuchenspenderInnen, EssensverkäuferInnen, TombolaausgeberInnen, LoseverkäuferInnen und Auf- und AbbauerInnen – ohne euch wäre dieser Tag nicht gelungen.

Bereits Ende 2016/ Anfang 2017 konnten wir einige Kind-Hund-Projekte durchführen. Es ging um Verhaltensregeln von Kindern gegenüber Hunden sowie die Selbstwirksamkeit im Training zu spüren. Hier konnten kleine und große Erfolge gefeiert werden – und das ein oder andere Kind verlor sogar die Berührungsangst gegenüber Hunden 🙂

Der Hund in der Schule: aus der bloßen Anwesenheit des Tieres resultiert eine allgemeine Förderung – durch die Interaktion mit dem Tier eine zielgerichtete Förderung. Schon der kleine Marley hat uns in der Tiergestützten Pädagogik unterstützt: Im Spätjahr 2015 begleitete er uns in die Humboldt-Grundschule in Mannheim in die 2. Klasse. Im Rahmen des Sachunterrichts – wir erarbeiteten gerade das Thema Haustiere und Hunde – besuchte er die 23 Kinder und durfte ihnen zeigen, was für ein quirliges Kerlchen er ist. Die Kinder schätzten den Besuch außerordentlich und waren frei, alle möglichen Fragen zu stellen (hiervon können wir leider aus Gründen des Datenschutzes keine Fotos teilen). Bewundernswert war die Rücksichtnahme und Empathie der Kinder: nach einer kleinen Einführung von Verhaltensregeln für den Schulhundbesuch, erfuhren sie, dass Marley anfällig für äußere Unruhe ist. Daraufhin begeisterten uns die Kinder mit absoluter verbaler und motorischer Ruhe.

Fächerübergreifend motivierte er die Schulkinder später auch im Deutschunterricht, indem er als Vorlage für eine Bildergeschichte Modell stand.